Polkörper-Analytik

Bei der Polkörper-Analytik (Polkörperdiagnostik, PKD) werden indirekt Eizellen mit einem speziellen Verfahren (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, FISH) auf Störungen der Erbträger, der Chromosomen, hin untersucht. Dabei können diejenigen Eizellen gezielt ausgesucht werden, die keine Chromosomenstörungen aufweisen. Nur diese Eizellen werden dann bis zur Befruchtung gebracht und später wieder in die Gebärmutter übertragen.

Das Haupteinsatzgebiet der Polkörper-Analytik ist der Nachweis von Fehlverteilungen von Chromosomen:

 

Wie wird Polkörperdiagnostik durchgeführt?

 

Voraussetzung für die Polkörperdiagnostik ist die Durchführung einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung durch assistierte Befruchtung (IVF). Hierbei werden Spermien direkt in die entnommenen Eizellen injiziert. Nach etwa 12-14 Stunden wird die Hülle der Eizelle (Zona pelucida) eröffnet und nacheinander werden beide Polkörper entnommen.

Die Chromosomenverteilung wird in beiden Polkörpern getrennt analysiert. Eine chromosomal unauffällige Eizelle wird nach der Befruchtung weiterkultiviert und ein bis zwei Tage später in die Gebärmutter der Patientin übertragen.

 

Grenzen und Risiken der Methode

 

  • Die Polkörperanalytik gibt Auskunft nur über die jeweils untersuchten Chromosomen.
  • Die Polkörperanalytik erfasst nur die mütterlichen Fehlverteilungen der Chromosomen, diese sind jedoch für über 80% der Fehlverteilungen beim Embryo verantwortlich. Paternale genetische Faktoren sind nicht diagnostizierbar.
  • Chromosomale Störungen, die während der frühen Embryonalentwicklung neu entstehen, können nicht erfasst werden.
  • Analyse von Einzelzellen kann nicht immer verwertbare Ergebnisse zur Verfügung stellen, insbesondere wenn nur einer der beiden Polkörper der Untersuchung zugänglich ist. Dann entscheidet der Arzt gemeinsam mit den betroffenen Patienten, ob bei nicht eindeutig beurteilbaren Eizellen ein Embryotransfer durchführt wird.
  • Die Polkörperanalytik kann unter Umständen auch nachweisen, dass der Transfer keiner der entnommenen Eizellen medizinisch sinnvoll ist.
  • Risiken der Polkörperdiagnostik sind nicht bekannt. Die Polkörper sind nach den bisherigen Erkenntnissen für die weitere embryonale Entwicklung keine Rolle.